Eine Woche in New York

Es war jahrelang mein unerfüllter Traum, nach New York zu reisen. Ich habe schon so viel über diese Stadt gelesen und gesehen, aber ich schaffte es nie dorthin. Nun endlich ist es soweit: ich verbringe eine Woche im Mai in der Stadt meiner Träume. Zu Hause schon buche ich online einen Besuch auf dem Broadway, ich werde im Gershwin Theater die Show von Riverdance anschauen, die Vorfreude ist riesig.

Mein Flug geht direkt von München und nach knapp acht Stunden lande ich am JFK-Flughafen. Der Service an Bord war sehr aufmerksam und die Zeit verging wie im Flug. Hier glücklich angekommen schnappe ich mir ein gelbes Cab und fahre Richtung Manhatten. Ich habe ein Hotel gebucht, in einem für New Yorker Verhältnisse günstigem Zimmer für knapp 75 Dollar ohne Frühstück. Das Taxi kann leider nicht bis zum Hotel vorfahren, weil auf der 3er Avenue ein Strassenfest stattfindet.
Ich stapfe mit meinem Gepäck und frage vermeintliche Griechen, die an einem Suflakistand stehen, nach dem Weg. Es stellt sich heraus, dass sie Georgier sind und keinen Schimmer von meinem Hotel haben. Da stehe ich nun da an der Ecke der Strasse und lasse meinen Blick schweifen und da ist plötzlich in Luftlinie von 10 Meter mein Hotel.

Dort angekommen stellt sich heraus, dass dieses Hotel eine Art Jugendherberge (Youth Hostel)  ist mit dem Mobiliar vom Flohmarkt. Aber ich habe ein eigenes Bad, das ist viel wert. Und ich werde mich die ganze Zeit downtown Manhatten aufhalten und hier nur die Nacht verbringen.
Also den ersten Tag verbringe ich beim Strassenfest und lerne zum Beispiel chinesische Masseure kennen, allerlei Essensmöglichkeiten und viele andere interessante Angebote. Gegen Nachmittag überkommt mich die Müdigkeit und ich nehme eine Mütze Schlaf. Am Abend schlendere ich durch Manhatten und entdecke ein German Pub.

Im Lokal bestelle ich das teuerste Weizenbier meines Lebens, sage und schreibe 7 Dollar. Aber ich lerne einen Kellner kennen, der gerade Geburtstag feiert und schließlich bekomme ich eine Einladung, mit dem Chef und dem Personal des Pubs in eine Disko zu gehen. Hier angekommen – nach oberflächlicher Leibesvisitation – werde ich zu leckeren Drinks eingeladen und unterhalte mich angeregt mit meinen Begleitern. So verbringe ich meine erste Nacht in einem angesagten New Yorker Club.

Das bekämpft erfolgreich meinen Jetlag. In der Früh aufgewacht – mein Körper denkt, es ist Mittag – entdecke ich ein enorm sauberen Diner, der einen sehr guten Eindruck macht. Es stellt sich heraus, dass man hier für 5 Dollar ein reichhaltiges Frühstück bekommt und einem Glas O-Saft und Kaffee, soviel man mag. Es wird zu meinem täglichen Muss, bevor ich in die Stadt starte. Es gibt Bratkartoffeln mit Eiern und Speck in allen möglichen Variationen und der Preis ist sensationell.
Von meinem Hotel aus liegt als nächstes die Lexington Avenue mit dem wunderschönen Art-Deko Chrysler Building. Eine Viertelstunde entfernt entdecke ich das Empire State Building, ich betrete es und beschließe, erst später abends wiederzukommen, um die Aussicht auf New York bei Nacht zu genießen. Ich schlendere weiter und schon bin ich beim Rockefeller Center. Hier wird im Winter Schlittschuh gefahren unterhalb einer wunderschönen goldenen Statue. Ich gehe weiter zu Park Avenue und richte meine Schritte zu Tiffany. Gleich am Eingang frage ich den Pförtner, wo es Silberwaren gibt. Ich gehe ganz schnell an all den wunderschönen Brillanten und fahre in den ersten Stock. Gerne möchte ich mir ein günstiges Souvenir aus New York kaufen. Es wird ein Keyring in Herzform für ca. 40 Dollar, mehr gibt das Reisebudget nicht her, während ich beim Ausgehen japanische Touristinnen beobachte, die für über 1000 Dollar Brillantohrringe aussuchen. Die Glücklichen!
Bewaffnet mit einem türkisfarbenen Tiffanytäschen gehe ich überglücklich Richtung Walldorf Astoria, wo ich mich vor einer Strechlimousine fotografieren lasse. Man kann ja daheim vorgeben, eine Tour mit der Limo unternommen zu haben. Und schon sehe ich die Pferdekutschen, die durch den Central Park fahren. Ich gehe aber zu Fuß in den Park rein und lasse mich auf dem Rasen nieder vor der sagenhaften Kulisse aus Wolkenkratzern und nehme mein Sandwich als Mittagessen ein.

Es ist übrigens herrliches sonniges und warmes Wetter, die New Yorker treibt es auch scharenweise ins Grüne. In der Nähe ist das Guggenheim Museum, das ich unbedingt besuchen möchte. Das war eine weise Entscheidung, weil an der Kasse eine freundliche Dame mir einen New York Pass anbieten. Dieser beinhaltet das Wochenticket für alle U-Bahnen und Busse und ganz viele Eintrittskarten für wichtige Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Empire State Building, das World Trade Center, das 2000 noch existierte und viele Museen. Ich bin überglücklich, weil ich ein Schnäppchen gemacht habe. So ausgestattet besuche ich das Museum, wo fast jeder namhafter Maler aus den vergangenen Epochen vertreten ist, natürlich auch Picasso.

So vergeht der Tag ganz schnell und ich nehme zum ersten Mal die Undergrund, um ins Hotel zu fahren. Am nächsten Tag geht es zu Wallstreet. Unterhalb des Washingtondenkmals mache ich eine Pause und warte auf den Einlass in die New Yorker Börse. Es ist sehr aufschlussreich, wie die Händler sich übers Parkett bewegen und mit den wichtigsten Papieren der Welt handeln. In einem Shop erstehe ich noch einige Souvenirs und laufe zu Fuß weiter bis ans südlichste Ende von Manhatten. Im Battery Park mache ich eine Rast und esse die selbstgemachten Sandwiches.
Dann nehme ich die Fähre nach Staten Island, das ist viel billiger als eine Rundfahrt zu der Freiheitsstatue. Die Fähre fährt sowieso daran vorbei und ich mache sagenhafte Fotos von der Freiheitsstatue. Nach circa einer halben Stunden fährt die Fähre wieder zurück nach Manhatten.

Heute ist der Tag, an dem ich auf das World Trade Center, damals höchste Gebäude New Yorks hochfahre. Die Aussicht von hier oben ist atemberaubend. Ich mache sehr viele Fotos, nachdem ich mich von dem Schock erholt habe, dass ausgerechnet hier oben meine Batterien ihren Geist aufgegeben haben. Aber der Souvenir-Shop hier ist für solche Eventualitäten ausgestattet. Zurück geht es über den Washington-Platz durch das Univiertel, Little Italy und Chinatown nach Hause. Es war ein ereignisreicher Tag und mir tun die Beine sehr weh. Am Abend gehe ich dann auf das Empire State Building. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen die gleiche Idee hatten. Die Schlange ist jedenfalls sehr lang und es dauert fast 20 Minuten, bis ich den Aufzug besteigen kann. Auf der Aussichtplattform werde ich für die Wartezeit mehr als entschädigt: der Blick auf New York bei Nacht ist fantastisch.

Jeder Tag war sehr ereignisreich und voller Entdeckungen und dabei habe ich nur einen Bruchteil von Manhatten gesehen. Ich würde jederzeit wieder hinfahren, vor allem nachdem das Ground Zero jetzt an die furchtbaren Ereignisse von 9/11 erinnert. New York ist auf jeden Fall eine Reise wert, besonders schön ist es im Frühling.

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Reiseerlebnistext CL07.de von (c) 3.2010 ISA

One Response to “Eine Woche in New York”

  1. jENS Says:

    Hey,

    habe deinen Artikel mit Freude gelesen, da ich selbst ein Fan von New York bin. Zum Thema New York Pass kann ich nur sagen, daß es sich wirklich lohnt sich mit dem Thema zu beschäftigen. Vielleicht hilft ja auch das: http://www.new-york-weblog.de/index.php/produkttests/vorteile-und-nachteile-der-new-york-passe-im-vergleich/

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